Friedrich Zawrel 1929 – 2015

Friedrich+Nikolaus

Am 3. September 2011 hab ich Friedrich Zawrel, einen meiner liebsten und außergewöhnlichsten Freunde, kennengelernt.

In welchem Ausmaß er mein Leben bereichtert hat, kann ich nicht in Worte fassen. Ich kann nur sagen, dass, wenn wir uns alle ein kleines bisschen diesen großen Menchen zum Beispiel nehmen, dann wird die Welt um ein Vielfaches menschlicher und liebenswerter.

Du fehlst mir und ich hab dich hoffentlich wohl bis zu meinem Ende im Ohr.

Und sei versichert, ich sorge dafür, dass deine Geschichte und deine Botschaft ein Publikum hat.

Danke für alles. Vor allem für deinen Humor. Dir ist das Lachen nie vergangen. Nicht einmal am Schluss.

Friedrich:
“Weißt du, Puppenspieler, was ich mir wünsch, was auf meinen Grabstein stehen soll?

Ich:
“Nein, was denn?”

Friedrich:
“Friedrich Zawrel – 1929 bis – na schau’n wir einmal.. Pass auf, jetzt kommts: erbbiologisch und sozial minderwertig. Haha”

Ich:
“Den Witz darfst aber nur du machen.”

Friedrich:
“Ja, darum mach ich ihn auch!”

“F. Zawrel” am 14.02. im Akademietheater, am 27.02. in Kärnten und am 25.03. im Schauspielhaus Graz

“F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig” spiele ich am 14.02.2015 im Akademietheater Wien. Besonders freut es mich, dass ich vom slowenischen  Kulturverein SPD Rož eingeladen wurde, dieses Stück (das erstemal !)  in Kärnten  zu spielen.  Dieser Einladung komme ich gerne nach und die Aufführung  findet am Freitag den 27.02.2015 um 19:30 im Pfarrsaal von St. Jakob im Rosental /Šentjakob v Rožu statt.

Zawrel_Plakat - Einladung

25.03.2015 Schauspielhaus Graz : Kartenbestellung

“DIE PRESSE” berichtet:

Puppentheater: Wir Herren Karl

Burgtheater. Der „Herr Karl“ kann in jedem von uns stecken, lehrt Nikolaus Habjan in der Puppenversion des Klassikers.

02.01.2015 | 18:48 |   (Die Presse)

„Wiener Blut“ jault aus dem Grammofon, drei Puppen baumeln an Haken aufgehängt von der Decke der Burgtheaterbühne: ein Trinker am Kaffeehaustisch, ein stattlicher Kellner, eine blonde Dame hinter der Bar. Wer von ihnen wird wohl der „Herr Karl“ sein, jener von Helmut Qualtinger und Carl Merz kreierte schmierige, opportunistische und elendig selbstmitleidige Mitläufer, sozusagen die Personifikation alles Widerlichen in der österreichischen Seele?

In der Puppentheaterversion (Regie: Simon Meusburger) sind sie alle der Herr Karl: Der Grazer Puppenspieler Nikolaus Habjan schlüpft abwechselnd mit Hand und Stimme in die Puppen und lässt sie von früheren Zeiten schwärmen, von früheren Zeiten klagen, es war ja alles besser, nein furchtbar, man musste es sich eben richten. Der Herr Karl ist moralisch flexibel: Er demonstrierte für fünf Schilling für die Partei, die gerade angesagt war, Opfer war er natürlich immer.

 

Sudern über das Rauchverbot

Die Vielschichtigkeit des verachtenswerten Charakters kommt durch die Aufteilung auf mehrere Klappmaulpuppen schön zum Ausdruck. Der Kaffeehausgast zählt die politischen Ereignisse herunter, an denen er selbst stets als aktiver Schaulustiger beteiligt war, der adrette Kellner referiert über Liebschaften, Jobs und Leben im Gemeindebau. Die Dame an der Bar hat sich stets bereichert, andere ausgenutzt. Immer wieder interagieren die Puppen miteinander, machen einander Vorwürfe, tanzen und schmusen.

Es ist ein amüsantes Spiel, dabei stets ermahnend und gefährlich authentisch – obwohl, oder vielleicht gerade weil Habjan moderne Anspielungen eingebaut hat. Herr Karl jammert nicht nur über die Inflation, sondern auch über das Rauchverbot im Café: „Is aber blöd. Wegen da EU?“ Klingeltöne und Husten aus dem Publikum knüpft er geschickt in den Text ein. Er bringt zum Lachen, das Lustige hat dabei aber einen bitteren Beigeschmack: Denn der Herr Karl begegnet uns auch im Alltag, im Kaffeehaus, auf Facebook und manchmal sogar in der eigenen Familie. Man lächelt verschämt und weicht ihm gern aus. Habjan lässt sein Publikum aber nicht davonlaufen. Während er fließend von einer Ausformung des Charakters in die nächste wechselt, zeigt er, dass das Abgründige im Menschen gleich hinter der Oberfläche lauert und dass sich Qualtingers Dicker mit dem Schnurrbart in jedem von uns verstecken könnte.

Dabei nimmt er sich auch selbst nicht aus: Am Ende der Vorstellung, nachdem er seine Puppe von der Bühne geschleudert hat (Dienstschluss!), hängt er plötzlich selbst am Haken wie eine leblose Marionette.

„Der Herr Karl“ als Puppentheater wurde erstmals 2010 aufgeführt, zur Neujahrsvorstellung gab Nikolaus Habjan ein Gastspiel im Burgtheater. Der Puppenspieler ist demnächst u.a. in „Das Missverständnis“ im Grazer Schauspielhaus, in „Max’n Morizz“ im Landestheater Linz und mit „Schlag sie tot“ im Schuberttheater in Wien zu sehen.

(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 03.01.2015)

 

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Am 01.01.2015 erstmals am Burgtheater: “DER HERR KARL”