Musicbanda Franui & Nikolaus Habjan: “Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus”

„Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh‘ mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu“  Begräbnislied aus den Alpen Die Pilgerschaft als Lebensthema: „Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus.“ (aus dem Schubert-Lied „Der Wanderer an den Mond“). Franui, die Musicbanda mit Osttiroler Wurzeln und urwüchsiger Besetzung, schickt gemeinsam mit dem Puppenspieler Nikolaus Habjan den Wanderer auf seinen Lebensweg. Ein Sinnsuchender lässt alles hinter sich und macht sich mit melodischer Seele und beredtem Geist auf, ohne das Ziel der Wanderung auch nur zu erahnen. Seine Begleiter sind romantische Liederweisen von Schubert bis Mahler, die Franui in einer „betörenden Mischung aus schmerzlich-schöner Melancholie und beschwingtem Musikantentum“ (Neue Zürcher Zeitung) in die bodenständige Wirklichkeit transformiert. Mit dem Nestroypreisträger Nikolaus Habjan und seinen Puppen hat Franui schon im Wiener Burgtheater „Fool of Love“ (Shakespeare-Sonette) gespielt. „Der Wanderer“ in Schuberts Lied singt: „Ich komme vom Gebirge her / Die Dämm’rung liegt auf Wald und Meer / Ich schaue nach dem Abendstern / Die Heimat ist so fern, so fern.“ (Text: Georg Philipp Schmidt von Lübeck). Im Gebirge, so erzählt der Osttiroler Franui-Musiker Andreas Schett, singt man ein Begräbnislied: „Wir sind nur Gast auf Erden / und wandern ohne Ruh’ / mit mancherlei Beschwerden / der ewigen Heimat zu.“ Im Stück Franuis und Habjans wird der Wanderer dem Spaziergänger begegnen, jener Figur, die durch den Schweizer Dichter Robert Walser literarische Gestalt angenommen hat – und die der Schweizer Dichter, bis zu seinem Tod in einem Schneefeld, selbst war. Zeilen aus Schubert-Liedern und aus Walser-Dichtungen werden sich begegnen. Nach seiner Ankunft in der ewigen Heimat bleiben vom Wanderer auf der Erde die Worte zurück: „Ich mache meinen Gang; / der führt ein Stückchen weit / und heim; dann ohne Klang / und Wort bin ich beiseit’.“ (Spruch auf dem Grab Robert Walsers in Herisau). ©Text IMAGO DEI Klangforum KREMS 2015

Die nächsten Konzerttermine:

Do., 09.07.2015 „Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus“ Franui und Nikolaus Habjan Festival Retz Infos & Karten   

So., 12.07.2015 11:00 Uhr “Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus“ Franui und Nikolaus Habjan Tiroler Festspiele Erl Festspielhaus Erl Infos & Karten  

Do., 30.07.2015 20:00 Uhr „Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus“ Franui und Nikolaus Habjan festival wellenklænge Seebühne, Lunz am See Infos & Karten

Am 01. Mai 2015 “DER HERR KARL” wieder im Akademietheater Wien

Merz / Qualtinger “Der Herr Karl” in einer Figurentheaterfassung von Nikolaus Habjan und Simon Meusburger. Puppenbau, Puppenspiel Nikolaus Habjan, Regie Simon Meusburger. Foto © Barbara Pálffy

Aus der Tageszeitung “DIE PRESSE” vom 03.Jänner 2015:

 

Der „Herr Karl“ kann in jedem von uns stecken, lehrt Nikolaus Habjan in der Puppenversion des Klassikers.

02.01.2015 | 18:48 |   (Die Presse)

„Wiener Blut“ jault aus dem Grammofon, drei Puppen baumeln an Haken aufgehängt von der Decke der Burgtheaterbühne: ein Trinker am Kaffeehaustisch, ein stattlicher Kellner, eine blonde Dame hinter der Bar. Wer von ihnen wird wohl der „Herr Karl“ sein, jener von Helmut Qualtinger und Carl Merz kreierte schmierige, opportunistische und elendig selbstmitleidige Mitläufer, sozusagen die Personifikation alles Widerlichen in der österreichischen Seele?

In der Puppentheaterversion (Regie: Simon Meusburger) sind sie alle der Herr Karl: Der Grazer Puppenspieler Nikolaus Habjan schlüpft abwechselnd mit Hand und Stimme in die Puppen und lässt sie von früheren Zeiten schwärmen, von früheren Zeiten klagen, es war ja alles besser, nein furchtbar, man musste es sich eben richten. Der Herr Karl ist moralisch flexibel: Er demonstrierte für fünf Schilling für die Partei, die gerade angesagt war, Opfer war er natürlich immer.

 

Sudern über das Rauchverbot

Die Vielschichtigkeit des verachtenswerten Charakters kommt durch die Aufteilung auf mehrere Klappmaulpuppen schön zum Ausdruck. Der Kaffeehausgast zählt die politischen Ereignisse herunter, an denen er selbst stets als aktiver Schaulustiger beteiligt war, der adrette Kellner referiert über Liebschaften, Jobs und Leben im Gemeindebau. Die Dame an der Bar hat sich stets bereichert, andere ausgenutzt. Immer wieder interagieren die Puppen miteinander, machen einander Vorwürfe, tanzen und schmusen.

Es ist ein amüsantes Spiel, dabei stets ermahnend und gefährlich authentisch – obwohl, oder vielleicht gerade weil Habjan moderne Anspielungen eingebaut hat. Herr Karl jammert nicht nur über die Inflation, sondern auch über das Rauchverbot im Café: „Is aber blöd. Wegen da EU?“ Klingeltöne und Husten aus dem Publikum knüpft er geschickt in den Text ein. Er bringt zum Lachen, das Lustige hat dabei aber einen bitteren Beigeschmack: Denn der Herr Karl begegnet uns auch im Alltag, im Kaffeehaus, auf Facebook und manchmal sogar in der eigenen Familie. Man lächelt verschämt und weicht ihm gern aus. Habjan lässt sein Publikum aber nicht davonlaufen. Während er fließend von einer Ausformung des Charakters in die nächste wechselt, zeigt er, dass das Abgründige im Menschen gleich hinter der Oberfläche lauert und dass sich Qualtingers Dicker mit dem Schnurrbart in jedem von uns verstecken könnte.

Dabei nimmt er sich auch selbst nicht aus: Am Ende der Vorstellung, nachdem er seine Puppe von der Bühne geschleudert hat (Dienstschluss!), hängt er plötzlich selbst am Haken wie eine leblose Marionette.

„Der Herr Karl“ als Puppentheater wurde erstmals 2010 aufgeführt, zur Neujahrsvorstellung 2015 gab Nikolaus Habjan ein Gastspiel im Burgtheater.

Kartenkauf ONLINE unter diesem LINK möglich!

Friedrich Zawrel 1929 – 2015

Friedrich+Nikolaus

Am 3. September 2011 hab ich Friedrich Zawrel, einen meiner liebsten und außergewöhnlichsten Freunde, kennengelernt.

In welchem Ausmaß er mein Leben bereichtert hat, kann ich nicht in Worte fassen. Ich kann nur sagen, dass, wenn wir uns alle ein kleines bisschen diesen großen Menchen zum Beispiel nehmen, dann wird die Welt um ein Vielfaches menschlicher und liebenswerter.

Du fehlst mir und ich hab dich hoffentlich wohl bis zu meinem Ende im Ohr.

Und sei versichert, ich sorge dafür, dass deine Geschichte und deine Botschaft ein Publikum hat.

Danke für alles. Vor allem für deinen Humor. Dir ist das Lachen nie vergangen. Nicht einmal am Schluss.

Friedrich:
“Weißt du, Puppenspieler, was ich mir wünsch, was auf meinen Grabstein stehen soll?

Ich:
“Nein, was denn?”

Friedrich:
“Friedrich Zawrel – 1929 bis – na schau’n wir einmal.. Pass auf, jetzt kommts: erbbiologisch und sozial minderwertig. Haha”

Ich:
“Den Witz darfst aber nur du machen.”

Friedrich:
“Ja, darum mach ich ihn auch!”

“F. Zawrel” am 14.02. im Akademietheater, am 27.02. in Kärnten und am 25.03. im Schauspielhaus Graz

“F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig” spiele ich am 14.02.2015 im Akademietheater Wien. Besonders freut es mich, dass ich vom slowenischen  Kulturverein SPD Rož eingeladen wurde, dieses Stück (das erstemal !)  in Kärnten  zu spielen.  Dieser Einladung komme ich gerne nach und die Aufführung  findet am Freitag den 27.02.2015 um 19:30 im Pfarrsaal von St. Jakob im Rosental /Šentjakob v Rožu statt.

Zawrel_Plakat - Einladung

25.03.2015 Schauspielhaus Graz : Kartenbestellung